Alle 15 bis 20 Jahre muss sich der Eigentümer einer Immobilie mit der Frage der Erneuerung der Heizungsanlage befassen. Denn dann ist für gewöhnlich die Lebenszeit einer Heizung abgelaufen. Was Neues muss also her. Tausende von Euro an Investitionen bedeutet das zum Beispiel für einen Eigenheimbesitzer.
Der Hauseigentümer wird zum Mieter
Doch was ist, wenn ein Hausbesitzer gerade nicht so viel Geld auf der hohen Kante hat oder eine andere Form der Investition sucht? Die Gemeindewerke Stockelsdorf zum Beispiel bieten da eine Alternative nach dem Motto „Mieten statt kaufen“. „Das bedeutet, dass wir die Investitionskosten für eine neue Heizungsanlage übernehmen und der Hauseigentümer diese Anlage dann von uns mietet“, erklärt Volker Ehlers, Prokurist und Technischer Leiter bei den Gemeindewerken Stockelsdorf. Ehlers ist selbst Heizungsbaumeister und damit vom Fach.
Etwa 100 Kunden nutzen Miet-Heizungen
Seit ein paar Jahren bieten die Gemeindewerke Stockelsdorf bereits dieses Mieten-statt-kaufen-Modell für Heizungsanlagen an. Etwa 100 Kunden in über 50 Liegenschaften mit Mietheizungen in unterschiedlicher Größenordnung hat die Tochterfirma der Gemeinde Stockelsdorf bereits. Die Anlagen reichen von der Dimension von ziemlich groß wie im Neubaugebiet am Bahndamm, wo über ein Dutzend Einfamilienhäuser und demnächst noch zwei Geschossbauten mit 24 Wohneinheiten angeschlossen sind, bis hin zu eher klein in Einfamilienhäusern.
Besonders Eigentümern von Einfamilienhäusern wollen die Gemeindewerke die etwas andere Möglichkeit der Investition in eine neue „und vor allem viel effizientere und klimaschonendere Heizungsanlage“ eröffnen. Letzteres auch besonders vor dem Hintergrund, dass Bürgermeisterin Julia Samtleben (SPD) bereits vor ein paar Jahren angekündigt hat, dass es ihr Ziel sei, die Gemeinde Stockelsdorf zur klimafreundlichsten in ganz Ostholstein machen zu wollen.
Bis zu 25 Prozent weniger Heizkosten bei neuen Anlagen
Die Gemeindewerke haben schon vor geraumer Zeit begonnen, mit ihren Angeboten den klimafreundlichen Weg zu beschreiten. Zum Beispiel erhält jeder Stromkunde der Gemeindewerke Stockelsdorf zu 100 Prozent Strom aus regenerativer Energiegewinnung. „Was anderes als Öko-Strom haben wir für Stromkunden gar nicht mehr im Angebot“, sagt Ehlers.
Und mit dem Mieten-statt-kaufen-Modell bei Heizungsanlagen wollen die Gemeindewerke die Hausbesitzer motivieren, sich eher früher als später für eine moderne Heizungsanlage zu entscheiden. „Moderne Heizungstechnik ist umweltschonender und wirkt sich positiv auf die CO2-Belastung aus“, sagt Ehlers, „und durch die deutlich verbesserte Effizienz kann der Verbraucher bis zu 25 Prozent an Heizkosten sparen.“
Info, Beratung und Kontakt
Informationen der Verbraucherzentrale Kiel zum Thema Miet-Heizungen gibt es online unter dem Link und bei einer kostenlosen Energieberatung in einer der 22 Beratungsstellen im Land (unter anderem in Lübeck und in Eutin). Terminvereinbarung erfolgen telefonisch unter 04 31/590 99 40 oder per E-Mail unter info@vzsh.de
Die Gemeindewerke Stockelsdorf beraten an einem vereinbarten Termin zum Thema Miet-Heizungen. Termine können telefonisch unter 04 51/49 00 40 oder per E-Mail an info@gemeindewerke-stockelsdorf.de vereinbart werden.
Der Zweckverband Ostholstein (ZVO) bietet ebenfalls sogenanntes Contracting von Heizungsanlagen an. Informationen dazu gibt es ebenfalls im Internet.
Gemietete Heizungen: Verbraucherzentrale warnt Kunden
„Der Kunde muss sich genau anschauen, was im Mietvertrag alles enthalten ist“, sagt Vivien Arwers Pressesprecherin von der Verbraucherzentrale in Kiel, „in der Regel ist die Wartung der Anlage darin enthalten, das ist bequem für den Kunden, aber man muss wissen, dass Bequemlichkeit nicht umsonst ist.“
Der Vorteil dieses Contracting besteht laut Verbraucherzentrale insbesondere darin, dass alle Aufgaben und das gesamte Risiko, zum Beispiel durch außerplanmäßige Reparaturarbeiten, der so genannte Contractor übernimmt. In diesem Fall also die Gemeindewerke Stockelsdorf. „Man muss sich im klaren darüber sein“, so Vivien Arwers, „dass man sich für sehr lange Zeit vertraglich bindet.“
Zehn Jahre Vertragslaufzeit
Zehn Jahre dauert die Vertragslaufzeit, die auf maximal 15 Jahre verlängert werden kann, bei den Gemeindewerken Stockelsdorf. Bei einer neuen Heizungsanlage, die 6500 Euro kosten würde, würde der Kunde 113,75 Euro pro Monat Miete an die Gemeindewerke zahlen – zuzüglich der tatsächlich verbrauchten Menge an Energie.
Gemeindewerke argumentieren mit Klimaschutz
Im Mietpreis sind die Kosten für regelmäßige Wartung, Schornsteinfeger, Reparaturen und den Notdienst bei Störungen inklusive, so Ehlers, „das ist sehr komfortabel für die Kunden, die dabei gleichzeitig etwas Gutes für den Klimaschutz tun.“
Von Doreen Dankert
Dieser Beitrag Gemeindewerke bieten Mietvertrag für neue Heizung an stammt aus folgender Quelle www.ln-online.de und wurde am 2021-04-06 17:00:00 veröffentlicht.
Bitte beachten Sie die Urheberrechte bei Weiterleitung und Veröffentlichung.
Neueste Kommentare