Nur noch bis Ende dieses Monats kehrt Hermann Garbe die Sulinger Schornsteine.© BartelsSulingen – Seit Jahrzehnten steigt Hermann Garbe den Menschen aufs Dach, doch damit ist es in Kürze vorbei: Zum 30. September gibt er sein Amt als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger ab, den Kehrbezirk Sulingen übernimmt am 1. Oktober Oliver Töne.Seine Lehre als Schornsteinfeger habe er am 1. April 1970 begonnen, erinnert sich Garbe. 1973, an seinem 18. Geburtstag, habe er die Gesellenprüfung bestanden. Den Meisterbrief erwarb der heute 66-Jährige 1978, nach vier Jahren als Geselle und absolviertem Wehrdienst. Zum 1. Oktober 1989 erhielt Hermann Garbe seinen ersten Kehrbezirk und wurde, zunächst für ein Jahr auf Probe, zum Bezirksschornsteinfeger für den Bezirk Uchte bestellt. Nach Sulingen kam er zum 1. Januar 1992, nachdem sein aus der Nähe von Celle stammender Vorgänger aus familiären Gründen um die Übertragung eines anderen Bezirks gebeten hatte.Seither ist Garbe zuständig für das Stadtgebiet Sulingen, wobei die Ortschaft Nordsulingen zum Bezirk Schwaförden zählt, sowie für Groß Lessen, Barrien, Melloh und Herelse. Früher seien die Kehrbezirke alle fünf Jahre neu eingeteilt worden, damit alle ungefähr gleich viele Häuser zu betreuen hatten. Groß Lessen beispielsweise habe deswegen auch mal zu den Kehrbezirken Kirchdorf oder Wehrbleck gehört, aber das sei abgeschafft, erklärt Garbe.
Abschied zum 30. September
Nach einer Änderung des Schornsteinfegergesetzes 2008 müsse man sich alle sieben Jahre erneut auf seinen Bezirk bewerben, zuletzt für den Zeitraum bis zum 1. Januar 2022. Aus Altersgründen scheide er jedoch vorzeitig schon zum Ende des Monats aus dem Amt.Die Arbeit habe sich in den Jahren sehr gewandelt: Ging es anfangs nur um das Fegen, kam 1973 die Emissionsmessung für Ölheizungen hinzu. „Dadurch sind wir in den Umweltschutz eingestiegen“, und der mache einen immer größeren Teil der Arbeit aus. So sei 1999 die Zusatzqualifikation als Energieberater im Handwerk hinzugekommen, und wenigstens zwei Tage pro Jahr seien für den Besuch von Fortbildungen reserviert.
Der Zylinderhut gehört zur Tradition
Tradition pflegt Hermann Garbe dagegen bei der Berufsbekleidung: „Für mich ist ein Schornsteinfeger, wenn er kehren geht, immer noch mit Zylinder unterwegs.“ Schließlich dürfe der auch erst getragen werden, wenn die Ausbildung mit der Gesellenprüfung erfolgreich abgeschlossen ist.„Es war eine schöne Zeit“, blickt er zurück. Er habe keine Unfälle gehabt und sei stolz darauf, dass es keine Feuerstättenbrände in seiner Zuständigkeit gegeben habe. Seinen Kunden danke er für ihre Treue, er habe ein gutes Verhältnis zu ihnen gepflegt. Ihnen Vorschriften zu machen, sei zwar nicht schön, aber es diene ihrer Sicherheit und dem Umweltschutz.Auch im Ruhestand werde er keine Langeweile haben, ist sich Garbe sicher. Sein ältester Sohn hat sich selbstständig gemacht mit der Holzhackschnitzelerzeugung: „Ich bin gerne mit ihm im Wald, er kann meine Unterstützung gebrauchen.“Ab dem 1. Oktober ist Oliver Töne zuständig für den Kehrbezirk Sulingen.© BartelsAls Nachfolger als bevollmächtigter Bezirksschornsteinfeger steht bereits Oliver Töne bereit. Der 37-Jährige ist verheiratet, Vater zweier Kinder und lebt mit seiner Familie in Bassum. Seit 2000 ist er als Schornsteinfeger tätig, 2016 erwarb er den Meisterbrief. Bisher ist Oliver Töne noch in einem Asendorfer Betrieb angestellt, aber mit dem Amtsantritt im Mittelzentrum gründet er ein eigenes Unternehmen.Auf den Kehrbezirk Sulingen habe er sich im Sommer beworben, weil er gewusst habe, dass Hermann Garbe in den Ruhestand geht. Zur Sulestadt habe er eine ganz besondere Beziehung, verrät Oliver Töne: „In Sulingen am Stadtsee habe ich meine Frau kennengelernt.“
Dieser Beitrag Bezirksschornsteinfeger Hermann Garbe hängt Zylinder an den Nagel stammt aus folgender Quelle www.kreiszeitung.de und wurde am 2021-09-24 17:12:15 veröffentlicht.
Bitte beachten Sie die Urheberrechte bei Weiterleitung und Veröffentlichung.
Neueste Kommentare