Schornsteinfeger gelten als Glücksbringer. Dieser Glaube kommt einerseits daher, dass sie durch das Kehren der Schlote helfen, Brände zu verhindern. Außerdem erzählten sich die Menschen früher, dass der Kaminkehrer beim Fegen des Kamins diesen auch von bösen Geistern reinigt. Auch der Ruß galt als Mittel gegen solche bösen Geister und andere Gefahren. Als Glücksbringer gelten Schornsteinfeger noch immer. Der Beruf jedoch hat sich in den vergangenen Jahren enorm verändert.
„Viele denken beim Kaminfeger hauptsächlich an dreckige Arbeit. Der Beruf ist aber inzwischen sehr technisch. Das klassische Kaminkehren gibt es noch, vor allem aber prüfe ich heute die Sicherheit von Heizungen und Feuerungsanlagen“, sagt Denis Löw. Er ist als Bezirksschornsteinfeger für viele Teile von Waiblingen und Korb zuständig und außerdem einen Tag pro Woche in Remshalden-Grunbach anzutreffen, wo er zusammen mit Kollegen in einem Büro Energieberatungen anbietet. Als Energieberater informieren Schornsteinfeger über Möglichkeiten, gesetzliche Vorschriften und aktuelle Änderungen sowie Fördermöglichkeiten.

Wärmepumpen lösen nach und nach fossile Brennstoffe ab

„Unnötige Verluste von Heizungsanlagen zu begrenzen und CO2 einzusparen ist eine der Hauptaufgaben unseres Handwerks geworden“, sagt Löw. Das liege zum einen daran, dass fossile Brennstoffe nach und nach weniger genutzt werden, von Wärmepumpen abgelöst werden. Damit fällt für den Schornsteinfeger ein Teil seiner Aufgaben weg, nämlich das Reinigen und Überprüfen solcher Heizungsanlagen sowie die Emissionsmessungen an diesen Anlagen, wobei die Schornsteinfeger überprüfen, ob die Grenzwerte für den Ausstoß von Kohlenmonoxid und anderen Luftschadstoffen eingehalten werden.

Zum anderen beschäftigen sich die Menschen immer mehr damit, wie sie Energie einsparen können. „Die Nachfrage nach Energieberatungen steigt seit einigen Jahren, weshalb ich seit Anfang 2021 auch als Energieberater arbeite.“ Der Ukraine-Krieg und die damit verbundene Explosion der Energiepreise haben die Nachfrage nach Beratung seit Juli noch einmal stark steigen lassen, Denis Löws Telefon steht nicht mehr still. „Die Menschen haben Angst, ihre Wohnungen im Winter nicht mehr heizen zu können. Die Nachfrage nach Kaminöfen ist immens gestiegen, aber auch Umbauten von Heizungsanlagen oder der Einbau neuer Anlagen sind Themen.“

Es muss aber nicht immer eine neue Anlage her, durch Optimierung lassen sich auch bei bestehenden Heizungen Kosten einsparen. Seit dem 1. Oktober ist der sogenannte Effizienz-Check für Hausbesitzer mit Gasheizungen verpflichtend. Schornsteinfeger, SHK-Gewerke und bestimmte Energieberaterinnen und -berater überprüfen dabei, ob Heizungen effizient genug heizen. „Bei diesem Check wird unter anderem überprüft, ob die Tag-Nacht-Absenkung der Heizung richtig eingestellt ist, wie die Rohrleitungen gedämmt sind, ob die Umwälzpumpen effizient arbeiten und die Thermostatventile richtig eingestellt sind“, erklärt Löw.

Richtiges Lüften spart Kosten fürs Heizen

Idealerweise erfolgt diese Heizungsüberprüfung, wenn der Schornsteinfeger sowieso im Haus ist. Dann kann der Experte übrigens unter Umständen auch einen Blick aufs Haus werfen und weitere Tipps für Energieeinsparungen geben: „Grundsätzlich ist wichtig, richtig zu lüften. Also kurz stoßlüften statt Fenster lange in Kippstellung öffnen.“ Welche Raumtemperatur die richtige ist, hänge allerdings von der Gebäudesubstanz ab. In einem Altbau aus den 60er-Jahren könnten unter Umständen 20 Grad auf lange Sicht zu wenig sein, es droht sonst Schimmel. Auch vor einer Absenkung der Brauchwassertemperatur sollte man genau wissen, welche Anlage man hat, denn diese sollte regelmäßig so hoch heizen, dass eventuell vorhandene Legionellen abgetötet werden.

In jedem Fall Expertenrat einholen sollte, wer in diesem Winter Feuerstätten wie beispielsweise Kaminöfen nutzen möchte, die lange nicht in Betrieb waren. Solch reaktivierbare Feuerstätten müssen überprüft und erneut fachgerecht angeschlossen werden. „Unbedingt sollte man darauf achten, ausschließlich trockenes Holz zu verwenden, nicht zu viel Brennstoff auf einmal zu entzünden und dafür sorgen, dass der Kamin ausreichend Luft bekommt. Das mag lapidar klingen, doch solche Kaminöfen bergen ein großes Gefahrenpotenzial“, warnt Löw.


Dieser Beitrag Heizung prüfen und optimieren: So hilft der Schornsteinfeger beim… stammt aus folgender Quelle news.google.com und wurde am 2022-10-06 07:00:00 veröffentlicht.
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