Ein neuer „Glücksbringer“ für Sottrum: Sven Winkelmann ist vom Landkreis zum bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger bestellt worden.

Sotttrum – Die rund zehn Jahre andauernde Zeit der häufigen Wechsel soll beendet sein: Zum 1. Mai hat Sven Winkelmann die Aufgaben des bevollmächtigten Bezirksschornsteinfegers für Sottrum übernommen. Das heißt, der 28-jährige Langwedeler ist fortan zuständig für alle hoheitlichen Aufgaben wie Bauabnahmen, die Feuerstättenschau, das Erstellen des Feuerstättenbescheids und das Führen des Kehrbuchs. Zudem führt er anlassbezogene Überprüfungen durch.

Welchen Schornsteinfeger die Bürger mit den sogenannten freien Tätigkeiten, also dem Kehren und Messen, beauftragen, das sei ihre Entscheidung, erklärt Winkelmann. „Für die nicht-hoheitlichen Aufgaben kann man jeden zugelassenen Schornsteinfegerbetrieb beauftragen.“ Die Immobilieneigentümer müssten nur darauf achten, dass sie die Arbeiten fristgerecht veranlassten und für das für den Bezirk vorliegende Kehrbuch bei ihm zu melden.

Ende April war es, als der Schornsteinfeger, der 2019 seinen Meister gemacht hatte, im Rotenburger Kreishaus offiziell in einer kleinen Feierstunde zum bevollmächtigten Bezirksschornsteinfeger und damit zum Nachfolger von Carsten Kettler bestellt wurde. Die entsprechende Urkunde gab es aus den Händen von Frank Thies, des Leiter des Ordnungsamtes des Landkreises. Als Vertreter der Schornsteinfegerinnung Stade kamen der Innungs-Obermeister Heinrich Brand sowie der Obmann der Schornsteinfegermeister im Landkreis, Bernd Wülpern. Für Winkelmann ein besonderer Moment: „Ich war schon ziemlich aufgeregt.“ Die Ernennung, die für sieben Jahre Bestand hat, sie ist der vorläufige Höhepunkt seines Berufslebens, das er zuvor immer nur als Angestellter kennenlernen durfte – in Betrieben in Soltau und Verden. Jetzt ist der junge Mann selbstständig, hat in Langwedel unlängst seinen eigene Firma gegründet. Noch in diesem Jahr will er einen Gestellen einstellen, denn bis auf seine Partnerin, die hin und wieder im Büro aushilft, ist Winkelmann geschäftlich noch auf sich alleine gestellt.

Was sich für ihn nicht geändert hat: Nach wie vor ist er den ganzen Tag über an der frischen Luft und viel mit Leuten in Kontakt. Zu seinem Kehrbezirk, einem von 16 im Landkreis, zählen rund Tausende Liegenschaften in der Samtgemeinde Sottrum mit den Ortschaften Sottrum, Reeßum, Bittstedt, Clüversborstel und Teilen Hassendorfs sowie die Ortschaft Otterstedt im Nachbarkreis Verden.

Bisher hat er gut zu tun, die Auftragslage sieht rosig aus. Und das wird sich wohl auch nicht wieder so schnell ändern. „Da die Stelle schon einige Zeit vakant war, hat sich jede Menge Arbeit aufgestaut vor allem im Bereich der Abnahmen“, sagt er. Nun versuche er, alles „locker abzufrühstücken“. Die Kunden würden sich jedenfalls freuen, dass sie wieder einen festen Ansprechpartner hätten. „Und sie sind alle sehr verständnisvoll.“ Wem ein Schornsteinfeger begegnet, dem winkt das Glück – daran scheint tatsächlich etwas dran zu sein.

Dass er mal in diesem Job Fuß fassen würde, stand für Winkelmann erst relativ spät fest. Bis zur Ausbildung habe er noch nicht so recht gewusst, was er anstellen sollte. Schließlich habe er irgendwann vor der Wahl zwischen Koch und Schornsteinfeger gestanden, blickt der 28-Jährige zurück. Was ihn zu letzterer Berufswahl bewogen hätte? „Als Koch hat man doch ganz schön ungeregelte Arbeitszeiten, als Schornsteinfeger nicht.“ Bereut habe er die von ihm eingeschlagene Richtung jedenfalls nie, im Gegenteil: „ Es macht mir unheimlich viel Spaß!“ Und als Chef, der er nun sein eigener ist, eben noch ein bisschen mehr. Da sei man doch noch eine ganze Ecke flexibler, sagt er.

Ganz so selbstverständlich ist seine Benennung übrigens nicht, gab es doch noch zwei Mitbewerber, beide aus Bremen, die sich für den Posten beworben hatten. Wer Sven Winkelmann aber gegenübertritt, lernt einen sympathischen jungen Mann mit Know-how kennen, der damit wohl auch die Entscheidungsträger beim Landkreis überzeugt haben dürfte.

Jetzt ruft aber schon der nächste Termin – die Abnahme eines Kaminofens. Für den Bezirksschornsteinfeger wird es noch ein langer Tag. Nach Feierabend wolle er noch ins Fitness-Studio, sagt er. „Irgendwie muss man ja fit bleiben, damit man aus dem Dachfenster herauskommt.“


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