Klimawandel vor der Haustür: Ein energetisch saniertes Haus ist gut für den eigenen Geldbeutel und tut zudem dem Klima gut. Aber wie vorgehen? Antworten darauf haben auch die Schornsteinfeger. Sie plädieren dafür, auf Energieberater zu hören und in der richtigen Reihenfolge vorzugehen.Der Wille, etwas für das Klima zu tun, der ist bei vielen da. Gerade auch bei Besitzern älterer Häuser ist das Bewusstsein zudem groß. Energiesparen heißt am Ende schließlich nicht nur CO² sparen, sondern auch Geld sparen. Nur wo anfangen, welche Zuschüsse gibt es, und rechnet sich das überhaupt? Immerhin kann die Investition in eine Sanierung einen ordentlichen Batzen Geld verschlingen. Es sind solche Überlegungen und Fragen, die häufig auch den Schornsteinfegern zugetragen werden. Und bei ihnen sind Bürger, die sanieren wollen, gut aufgehoben, sagt Marco Villmann, Landesinnungsmeister im Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks Rheinland-Pfalz. Der erste Ansatz sei das Erstellen eines individuellen Sanierungsfahrplans.
„Wir Schornsteinfeger kommen in der Regel schon seit vielen Jahren in die Häuser, kennen die Gegebenheiten und die Eigentümer und wir können direkt auf die Bedürfnisse der Menschen eingehen.“ Ein Großteil der Schornsteinfeger sei längst auch als Energieberater ausgebildet und könne so auf Wunsch Energieberatungen für das Objekt durchführen. Was wird gewünscht, was ist realisierbar, wo ist die Sanierung sinnvoll und effizient: All das stelle der Schornsteinfeger auf Wunsch zusammen.
„Die Reihenfolge muss stimmen“, sieht Villmann hier Geld und viel Klimaschutz auf der Strecke bleiben. Sich bei einem offensichtlichen Sanierungsstau, der über die Jahrzehnte aufgelaufen sei, zuerst für den Einbau einer neuen effizienten Heizung zu entscheiden, das mache wenig Sinn, gibt Villmann ein Beispiel. Werden anschließend das Dach neu gedeckt und die Fenster erneuert, dann bedeute das in der Regel, ein solches Haus kommt anschließend mit einer kleineren Heizung aus. Niemand schmeiße dann aber seine neue, nun zu große Heizung wieder raus. Deshalb sei es für das Klima und den Geldbeutel gut, auf die Berater zu hören und in der richtigen Reihenfolge sein Haus energetisch zu sanieren.

„Viel zu viele alte Heizungsanlagen“

Für Villmann ist bei einer solchen Beratung auch immer der Blick auf den Hausbesitzer wesentlich. „Der Oma eine Pelletheizung zu empfehlen, und sei sie noch so rüstig, macht sicher keinen Sinn“, so der Schornsteinfegermeister. Es sei denn, der Enkel bekunde ernsthaft, das Haus der Oma einmal zu übernehmen. So etwas könne ein Schornsteinfeger, der schon viele Jahre ins Haus komme, aber in der Regel ersehen. „Wir kennen die Enkel ja meist schon von klein auf“, lacht der Meister.
Gerade was die Modernisierung der Heizung angehe, sieht der Landesinnungsmeister im Land einen erheblichen Nachholbedarf. „Es gibt noch viel zu viele Altanlagen“, verweist Villmann auf ein durchschnittliches Betriebsalter der installierten Kessel, das trotz der Fördermöglichkeiten viel zu hoch sei. So gibt der in Kaiserslautern ansässige Landesinnungsverband des Schornsteinfegerhandwerks an, dass im Jahr 2020 fast 70 Prozent der Ölheizungen und über 60 Prozent der Gasheizungen älter als 20 Jahre waren. „Ab einem Alter von 15 Jahren gilt ein Heizkessel als energetisch ineffizient“, macht Villmann den Vergleich auf.

Im Land heizen nach den Erhebungen des Schornsteinfegerhandwerks (Stand 2020) 32,3 Prozent der Verbraucher mit Öl, 64,1 Prozent mit Erdgas. Weitere 3,6 Prozent und rund 44.500 Biomasseanlagen werden mit Pellets, Hackschnitzeln oder Scheitholz betrieben. Die Anzahl der Einzelraumfeuerstätten wie etwa Kamin-, Kachelöfen, Heizeinsätze oder Herde liegt laut dem Landesinnungsverband bei rund 650.000.
Das Zusammenstellen empfehlenswerter Sanierungsmaßnahmen in einem individuellen Sanierungsfahrplan samt der Auflistung möglicher Fördermaßnahmen kann dabei aber nicht nur von Schornsteinfegern vorgenommen werden. Alle vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) zugelassenen Energieberater, auch schon mal Energieeffizienz-Experten für Förderprogramme des Bundes genannt, sind berechtigt, solch einen Sanierungsfahrplan auszustellen.

Großes Interesse an Sanierungsfahrplänen

„Das Interesse an einem Sanierungsfahrplan ist groß“, hofft Marco Villmann, dass es nicht nur bei den Plänen bleibt, sondern dass durch sanierte Gebäude und energetisch sinnvolle Heizungen das tatsächliche Einsparpotenzial an ausgestoßenem CO² auch verwirklicht werden kann. Der Landungsinnungsmeister im Verband des Schornsteinfegerhandwerks hofft in diesem Zusammenhang auch auf die aus seiner Sicht dringend notwendige verlässliche Ansage seitens der Politik, wohin es mit dem Energiemarkt gehen soll. In die Zukunft planen ohne Verlässlichkeit, das mache wenig Sinn.


Dieser Beitrag Schornsteinfegerinnung berät beim Umstieg auf energieeffiziente… stammt aus folgender Quelle www.rheinpfalz.de und wurde am 2022-01-04 15:40:00 veröffentlicht.
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